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Herzlich Willkommen in Aulendorf!

Dr. Georg Eickhoff


Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. Mai 2008, Seite 2

Aulendorf

Oberschwäbische Blutwurst

Von Rüdiger Soldt

28. Mai 2008
Immerhin 102 von 1109 Gemeinden in Baden-Württemberg sind schuldenfrei. Das oberschwäbische Aulendorf, früher von den Grafen von Königsegg beherrscht, gehört nicht dazu. Misswirtschaft und Korruption haben der Stadt Schulden in Höhe von 60 Millionen Euro eingetragen.

Das war zu viel für Bürgermeister Georg Eickhoff. Der CDU-Politiker war 2004 aus Berlin gekommen und gewann die Direktwahl. Jetzt bat er um Entlassung aus dem Amt. Der Mann, den der zuständige Landrat nach seiner Wahl noch eine „Topkraft" nannte, kapitulierte vor den Schulden und den oberschwäbischen Verhältnissen (und wohl auch vor dem Landrat).

Eickhoff hatte schon in Berlin die in Parteien übliche Kameraderie geringgeschätzt. Auch auf der Suche nach den Verantwortlichen für die Schuldenkrise in Aulendorf schlug er Töne an, die politisch nicht immer klug waren.

Eckhoffs Vorgänger Johannes Heinzler (CDU) hatte in dem Ort eine Therme und eine Klinik bauen lassen, was die Stadt in den Ruin trieb. Weil Aulendorf geringe Gewerbesteuereinnahmen hat, waren Heinzlers kreditfinanzierte Investitionen von Anfang an riskant. Deshalb bat Eickhoff, nachdem er die Klinik privatisiert hatte, die Landesregierung um Hilfe beim Schuldenabbau und fragte zugleich bei den Institutionen nach, die Heinzlers Politik eigentlich hätten kontrollieren müssen: dem Landratsamt Ravensburg und dem Regierungspräsidium Tübingen.

Vom Landrat aber hatte Eckhoff keine Hilfe zu erwarten. „Der Landrat hat in einer Dienstbesprechung gesagt, er helfe Aulendorf, aber nicht diesem Bürgermeister. Was in Köln der Klüngel ist, nennen sie in Oberschwaben Blutwurst", sagt Eickhoff.

Die richtigen Fragen muss in Aulendorf nun Ivo Brändle von der Bürgerinitiative „Pro Aulendorf" stellen: „Kann es sein, dass der Landrat eine große Mitverantwortung hat am Ruin der Stadt Aulendorf, in dem er immer wieder neue Kredite genehmigte, und zugleich der Kreissparkasse, deren Verwaltungsrat er vorsitzt, etwas Gutes tat?"